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Holsteiner Zuchtgeschichte
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Die bedeutenden Stammväter der Holsteiner Pferdezucht

In Holstein waren es drei Hengste, die heute als Stammväter der Zucht anzusehen sind:
Burlington Turk 81
, geb. 1825 (hellbraun, ohne Abzeichen, gezüchtet in England, stationiert in Neuenbrook, Kollmar und Neuendorf von 1832-45, im Stutbuch als Hunter bezeichnet)
Owstwick 254
, geb. 1834 (kastanienbraun, ohne Abzeichen, gezüchtet in England, stationiert  in Schönmoor, Hohenweststedt, Marne, Oldeslohe und Kaltenkirchen von 1848-67)
Brillant 448
, geb. 1842 (goldbraun, ohne Abzeichen, gezüchtet in England, stationiert in Schönmoor, Marne, Steinburg, Groß Nordende, Kronprinzenkoog und Norddeich von 1847-67)

Burlington Turk war direkter Vollblutsohn, Owstwick und Brilliant besaßen in zweiter Generation Vollblut. Alle drei Hengste führten das Blut des Vollblüters Harpham Turk xx.
Das Blut des Burlington Turk wurde mit 32 Söhnen fortgeführt.  achill

Der Linienbegründer Achill 1265 ging aus einer Inzucht dieser Stammväter hervor. Eine Tochter des Achill 582 aus einer Stute von Burlington Turk wurde mit Herkules 1163, der ebenfalls von Achill 582 abstammte, angepaart, also eine Halbgeschwisterpaarung. Aus dieser Anpaarung ging der Achill 1265 hervor, der die bedeutenden Vertreter Tobias, Favorit, Fanal, First, Fanatiker und  Fähnrich lieferte.
Diese starke Inzucht war sehr beliebt, da sich die Inzucht bereits im vorigen Jahrhundert  durch  Produkte mit starker Leistungsfähigkeit und Gleichartigkeit auszeichnete. Berühmte Inzuchtforscher waren Chapeaurouge und Bakewell. Mit den gewonnen Erkenntnissen über den Erfolg wiederkehrender Abstammungen, begann ein vermehrtes Achten auf Linien und Stämme und damit die  Erstellung von Stutbüchern.

 

Auch Adjudant  1500 von Midas 1373 a.d. Aniketa v. Brillant 1121, der über die Stute Aniketa ebenfalls auch auf Burlington Turk und über die Stute Dampfschiff auf Owstwik zurückgeht, wurde ein bedeutender Linienbegründer. Der Hengst Adjudant entsprach nicht dem Ideal des holsteinischen Marschhengstes. Zeichnete sich jedoch durch Adel, Trockenheit und Gang aus. Durch die Söhne Ali und Falb gewann die holsteiner Zucht insgesamt 73 Vererber, die über ihre weiteren Vererber insbesondere den Typ des noblen Karosseries weitergaben.
Mit Ethelbert 1197 , geb. 1874, führte ein weiterer Linienbegründer über seine Mutter Adolphine 6 das Blut der Hengste Burlington Turk und Owstwick fort. Der Hengst war sehr edel im Rechteckrahmen und brachte eine große Zahl edler Luxuswallache.
Ein bedeutender Nachkomme dieser Hengstlinie ist der Hengst Lorbeer (1922-37 in Krempe stationiert). Zu den 15 Söhnen die  Lorbeer lieferte gehörte auch der erfolgreiche Hengst Loretto, der bis 1947 in Haselau stationiert wurde. Diese Linie förderte das Image des Holsteiner Pferdes für hervoragende Leistungsbereitschaft. Nachkommen wie Lopshorn, Lohengrin, Loßberg I, Logenschießer und in neuerer Zeit auch Gaugraf, Galapeter I, Gastronom und der Springpferdevererber Ganeff gaben die guten Eigenschaften weiter.
Ebenfalls bedeutende Vererber auf den Hengst Ethelbert zurückgehend waren Heinitz (über Heidefreund I bedeutende noble Wagenpferde, mit denen der mehrfache DM  Franz Lange viele Siege errang), Heißsporn (lieferte Granat der unter Christine Stückelberger weltbestes Dressurpferd wurde) oder Heidelberg (Sohn Albrant, auf Heidelberg ingezüchtet, war unter Herbert Blöcker internationale, zuverlässiges Militarypferd.
Die moderne Holsteiner Pferdezucht wird heute nicht mehr in direkter Folge von diesen Leistungsvererbern beeinflußt, das wertvolle Erbgut ist jedoch in den Stutenstämmen verankert.

 

Nach dem ersten Weltkrieg wurde durch konsequente Hengsthaltung das Holsteiner Marschpferd weiterentwickelt. Das staatliche Hengstdepot in Traventhal gewährleistete den Züchtern ab 1927, den langfristigen Einsatz guter Vererber.
Ab dem zweiten Weltkrieg bis ca. 1955 erfolgte ein gewaltiger Aufschwung der Zucht. Auf 62 Stationen des Landgestüts deckten über 200 Hengste. Mit fortschreitender Motorisierung sank jedoch der Pferdebedarf, finanzielle Nöte zwangen zur Privatisierung der Hengsthaltung. Der Verband erwarb 30 Holsteiner Hengste und 3 Vollblüter und ermöglichte dadurch das Fortbestehen der Zucht.

Der Holsteiner als Wirtschaftspferd bis 1960

Bereits 1830 wurde in der Kremper Marsch der erste Pferdezuchtverein gegründet. Wichtigste Aufgabe war die Durchführung von Tierschauen mit Prämierungen von Hengsten und Stuten. Diese Vereine gingen dann in allgemeine Landwirtschaftsvereine auf. Von 1883 bis 1897 wurden dann spezielle Pferdezuchtverbände gegründet, die dann zum "Verband der Pferdezüchter in den holsteinischen Marschen" zusammenwuchsen. Schwerpunkte der Zucht lagen in den Elbmarschen und Dithmarschen mit den angrenzenden Geestgebieten des Kreises Pinneberg und Steinburg.
Die sehr intensive Verbandsarbeit unter Führung von Georg Ahsbahs führte schon bald zu großen Erfolgen. Die Wanderausstellungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) wurden 1887 und in Frankfurt am Main und 1888 in Breslau mit jeweils 8 Stuten beschickt, die viele und hohe Preise errangen. In den folgenden Jahren reihten sich die Schauerfolge aneinander. 1894 konnten auf der Pferdeschau in Berlin die Holsteiner die meisten Preise mit nach Hause nehmen. Auch auf den damals sehr bedeutsamen Weltausstellungen kamen die Hosteiner Pferde zu Ruhm. Das internationale Interesse war geweckt, so daß  zwischen 1889 und 1914 über einhundert Hengste nach Nord- und Südamerkia exportiert wurden.
Mit dem ersten Weltkrieg kam der Export zum Stillstand. Die Bedingungen für die Zucht waren schlecht, aber viele wertvolle Stutenstämme wurden von den Bauern trotz geringer Erlöse erhalten. 1935 schlossen sich die beiden Pferdezuchtverbände die sich in Geest und Marsch gebildet hatten zusammen zum "Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes" zusammen. Der Sitz war fortan in Elmshorn.

Die Zucht war zu dieser Zeit auf die Remonte-Produktion ausgerichtet, neben Pferden für die Landwirtschaft wurden insbesondere Remonten für die Atillerie geliefert. In den Jahren nach 1935 bis ca. 1955 erlebte die Holsteiner Zucht eine Blütezeit. Der Bedarf an Pferden in der Landwirtschaft uns zur Aufbau der Wehrmacht für den zweiten Weltkrieg war groß. Zur gleichen Zeit entwickelte sich der Pferdesport. Die Holsteiner waren schon bald in der ganzen Welt als hervorragende Springvererber bekannt. Die deutschen Reiter, unter ihnen zahlreiche Offiziere, ritten mit Holsteiner Pferden von Sieg zu Sieg und sorgten dafür, daß der deutsche Pferdesport zum besten der Welt wurde.
Mit dem zweiten Weltkrieg war der Pferdesport dann zunächst unbedeutend geworden. Viele Pferde gingen mit dem Rußlandfeldzug in Ostgebiete. Nach dem Weltkrieg trug insbesondere Gustav Rau zu dem erneuten Aufschwung bei. Mit dem Gedanken "Ländliche Reiter auf ländlichen Pferden" begeisterte er die Reiterjugend nach der Feldarbeit ihre Pferde zu satteln und für Turniere zu trainieren. Mit dem Gespann wurden die Turniere angefahren. Die Pferde wurden abgespannt und in Dressur- Spring- und Geländeprüfungen gestartet.  Die Veranstaltungen wurden von viel Sportgeist getragen, Preisgelder waren gering. Am Abend  warteten die Pferde geduldig auf das Ende des Reiterballs, um ihre muntere Fracht dann ohne Angst vor Führerscheinkontrollen nach Hause zu bringen.
Das Holsteiner Pferd war bald weltberühmt auf Turnieren. Dieser Siegeszug war eng mit dem Namen Fritz Tiedemann verknüpft. Springpferde für den internationalen Sport wurden in Elmshorn ausgebildet. Berühmte Reiter wie H.G. Winkler, Anna Clement, Sönke Sönksen, Hermann Schridde, Kurt Jarasinki und viele mehr verließen sich auf die Holsteiner "Jumper".
Mit fortschreitender Motorisierung war der bis dahin bevorzugte Wirtschaftstyp des Holsteiner Pferdes bald nicht mehr gefragt. Die Pferdezucht dezimierte sich schnell, ein veredeltes, vielseitiges Pferd  für den Sport galt es jetzt zu züchten. Vollbluthengste wie Anblick xx, Frivol xx, Trebonius xx, Alabaster xx und Wanderfalk xx kamen zum Einsatz.

Erfolg und Kummer liegen nah beieinander

Die Herbstferien in diesem Jahr nutzte ich, um die Prüfung zum Reitwart zu absolvieren. Der Lehrgang und die Prüfung fanden unter der Leitung von Herrn Peper im Landgestüt in Traventhal statt. Ich glaube, es verging fast kein Tag, an dem ich nicht unglücklich war. Herr Peper hatte eine Menge an mir zu kritisieren und sagte dieses Pferd könne eigentlich jede Dressur gewinnen. Das Schlimmste daran war, dass ich wusste, er hatte recht.
Gleich im Anschluss begann ich mit meiner Ausbildung. Zuerst hatte ich mich schon in der Hamburger Uni für Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben. Aber dann entschied ich mich doch für die Nordakademie in Elmshorn. Dort hatte ich zwar Studiengebühren zu zahlen, da ich jedoch meine Praxissemester im Unternehmen absolvierte, bekam ich auch Ausbildungsvergütung, mit der ich die Studiengebühren zahlen konnte. Die Arbeit im Büro gefällt mir gut, aber trotzdem bin ich froh, wenn ich abends nach Hause komme und noch mehrere Stunden im Stall verbringen kann. Der Winter von 1994 auf 1995 war wohl der grausamste von allen. Ich kam einfach nicht richtig mit Rica zurecht, und ich wusste nur zu gut, dass es ganz allein mein Problem war. Schon immer hatte ich Probleme, einfach nur gerade auf dem Pferd zu sitzen und meine Hilfen völlig unabhängig zu geben. Immer wieder knicke ich in der Hüfte ein, belaste den falschen Gesäßknochen und mache es meinem Pferd so nur unnötig schwer. So kam es dann, dass Rica gar nicht mehr recht durchs Genick gehen mochte. Wochenlang liefen mir jedes Mal schon bevor ich aufs Pferd stieg die Tränen über das Gesicht.

Hinzu kam, dass ich wusste, dass Herbert meine Stute gerne reiten würde. Ich war mir bewusst, dass mir mit meinen mäßigen reiterlichen Fähigkeiten eigentlich gar nicht so ein gutes Pferd wie Brilliante zustand. Aus Vernunftgründen hatte ich mich dann schon dazu durchgerungen sie abzugeben, zumal mir doch viele, die ich um Rat fragte, dazu rieten.

Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie an mich geglaubt haben und gesagt haben, ich dürfte Brilliante behalten und es wäre nicht schlimm, wenn sie bei mir nicht so erfolgreich werden würde. Mein Vater hat mir dann auch beim Dressurreiten weitergeholfen. Ich habe genau befolgt, was er gesagt hat und mich voll auf meinen Sitz konzentriert. Die Hände habe ich ganz still gehalten, damit Rica wieder Vertauen zum Zügel bekam. Und so ganz allmählich wurde es wieder besser. Im Winter habe ich bei Werner Peters am Springtraining, zu dem vom Kreis Reiterbund Pinneberg jährlich Junioren und Junge Reiter eingeladen werden, teilnehmen dürfen. Zu dieser Zeit habe ich auch meinen ersten Lehrgang bei unserem Bundestrainer Horst Karsten in Luhmühlen gehabt. Als ich nach Hause fuhr, standen mir mal wieder die Tränen in den Augen.
Auf Turnier war meist der Kummer wieder vorüber. Brilliante präsentiert sich einfach immer gut. So kann ich beim Springen anstellen was ich will, sie geht eigentlich immer fehlerfrei. 1995 konnte ich in mehreren M/B-Springen Siege und Platzierungen erreichen, und einmal bin ich auch M/A geritten und wurde dritte.

 


 
Die Veredlungsphase zum Sportpferd von 1960-70 Schleswig-Holsein als fortschrittliches Agrargebiet Westdeutschlands war konsequent auf dem Weg der Rationalisierung und Mechanisierung. Das führte zu einer radikalen Verringerung des Pferdebestandes. Das traf in erster Linie die Kaltblutzucht, aber auch die Warmblutzucht. Das immer schwerer gezüchtete Wirtschaftspferd der fünfziger Jahre  konnte sich auf Dauer nicht halten.
Es fehlten die drahtigen Karrossiers der Vorkriegsjahre, die ein Umschalten auf die Reitpferdeproduktion erleichtert hätten. So sank auch hier der Stutenbestand von 10.000 im Jahre 1950 auf 1.300 im Jahre 1960 ab. Aufgrund dieser miserablen Lage der Pferdezucht beschloß der Holsteiner Landtag im Mai 1960 das Landgestüt Traventhal aufzulösen und den Hengstbestand zu versteigern. In diesem Jahr übernahm Friedrich Graf Kielmannsegg den Vorsitz des Holsteiner Verbandes. Er überzeugte die Züchterschaft in dieser schweren Situation zusammenzuhalten, die Hengste gemeinsam als Verband zu kaufen und auf diesem Weg in die Zukunft zu gehen. Dieser Entschluß der Züchterschafft war angesehens der schlechten Situation bewundernswert, jahrzehntelange preußische Erziehung zu Pflichtbewußtsein und Ordnung und grenzenloser Idealismus waren die vorhandenen Voraussetzungen.


 
Der Bedarf an Sportpferden wurde in begrenztem Umfang größer, die Wirtschaftstyp war jedoch für sportliche Anforderungen ungeeignet. In der gesamten deutschen Pferdezucht wurden Überlegungen angestellt, wie eine Umformung zum modernen Sportpferd am schnellsten zu erreichen sei. Einige entschieden sich für den Trakehner als Veredler, andere setzten auf den  Araber oder Anglo-Normänner. Der Holsteiner Verband entschloß sich für den Einsatz des englischen Vollbluts. Dieser Weg erwies sich -zurückschauend betrachtet- für den Holsteiner als der einzig richtige. Grund für den Entschluß waren die guten Erfahrungen beim Einsatz um die Jahrhundertwende. Typ, Nerv, Adel und Körperproportionen waren damals bereits verbessert worden auf diesem Weg. Ein Blutanschluß war dadurch gewährleistet.
Drei Vollbluthengste gingen 1960 in den Besitz des Holsteiner Verbandes über:
> Anblick xx
> Frivlo xx 1946 geborener Brauner mit guter Eigenleistung (Siege in mehreren Hindernissrennen). Von 1954-60 in Siethwende stationiert. Nicht zu einfacher, nerviger, ausdauernder Hengst, der seiner Nachzucht gewaltige Sprungkraft weitergab.
> Wanderfalk xx Dieser dritte der eingesetzten Vollblüter konnte nicht die gleiche Bedeutung erlangen. Er wurde bekannt durch die Dressurpferde Waldfee und Acadius.



Weitere vom Holsteiner Verband übernommene Hengste waren u.a.:

> Fähnrich geb. 1953, braun v. Fachmann
> Albaner geb. 1957, braun v. Alabaster xx
> Heidefreund II geb. 1952 braun v. Heidekrug
> Fachmann geb. 1949, braun v. Fanatiker
> Ganeff geb. 1947, braun v. Lopshorn
> Heidekrug geb. 1940, braun, v. Heintze
> Lohengrin geb. 1938, braun v. Loretto

Die Junghengste kosteten 2.000 DM , 5-jährige und ältere Hengste 1.200 DM. Für die Züchter war die Auflösung des Landgestüts ein trauriges Ereignis. Seit 1874 war das Landgestüt  in Traventhal ein zentraler Punkt der Warmblutzucht. Traventhal stand über die Grenzen hinaus für Güte und Leistung. Jeweils die besten Hengste jeden Jahrgangs bezogen ihre Boxen in Traventhal und wurden fachkundig gehandhabt.
Der Verband wurde von Bund und Land für die Erhaltung der Pferdezucht unterstützt. Für jeden Hengst der mindestens 15 Stuten deckte, Hengstneuerwerbungen und Hallenbau sowie Stallumbau flossen finanzielle Mittel. Vorteil der jetzt genossenschaftlichen Hengsthaltung  war mehr Marktorientierung und Flexibilität gegenüber eines schwerfälligen Staatsapparates.



Bisher hatte ich nur die Euro aus Brilliantes und meiner Sicht geschildert. Leider war es aber so, dass es bei den meisten anderen deutschen Reitern nicht so glücklich lief, wie erwartet. So waren wir mit einer starken Mannschaft an den Start gegangen: Hendrik von Paepke, Maria Mehrdorf, Andrea Korte und Miriam Bray.

Völlig unerwartet gab es jedoch mehrere Verweigerungen und Stürze und leider konnten Friederikes und Hendriks Pferd nach der Rennbahn nicht mehr die Q-Strecke antreten. Und obwohl jeder einzelne sicher unglücklich über seine Leistungen war, haben sie sich riesig mit mir und Tina Richter, die Bronze gewinnen konnte, gefreut. Das war das schönste Erlebnis der ganzen Euro.

Zu Hause erwartete mich ein herzlicher Empfang. Meine Vereinskollegen hatten bis mitten in der Nacht ausgeharrt, um mir zu gratulieren. Ricas Box war geschmückt mit Luftballons, Mohrrüben, Sekt und Blumen. Kurzerhand wurde mit Familie und Reitverein eine Party organisiert. Bevor es so richtig ans Feiern ging, nutzte ich noch schnell die Gelegenheit mich bei allen herzlichst zu bedanken.

Es ist toll gewesen, welche Freude ich bei meinen Freunden, Verwandten und Bekannten ausgelöst hatte mit meinem Sieg. Unsere lokale Presse hatte laufend über mein Training und die Sichtungsprüfungen berichtet. Es gab viele, insbesondere Freundinnen meiner Omas, die alles genau verfolgt haben und sich dann riesig mit mir gefreut haben.
Nach dieser schweren Prüfung trat Brilliante ihre wohlverdiente Winterpause an. In dieser Zeit war sich für mich wie ein Heiligtum, ich wusste nicht wie ich ihr zurückgeben konnte, was sie mir gab.

 


Guter Saisonstart 1996

Im Folgejahr stellte ich jedoch fest, das auch ein Heiligtum geritten werden musste. Oft traute ich mich jedoch nicht so richtig Brilliante konsequent zu arbeiten, ich möchte ihr auf keinen Fall ihren Willen brechen. Das ist oft zum Leidwesen meiner Trainerin Caroline Hatlapa, denn Brilliante hat einen eisernen, manchmal etwas andren Willen. Bei der Dressur einigen Rica und ich uns deshalb meist auf einen Kompromiss.

Trotzdem gelang es Frau Hatlapa doch so einiges zu verbessern. In Negernbötel konnte ich in der Dressur Rang zwei hinter Hendrik von Paepke mit Amadeus erreichen.
Im Gelände hatte ich dort eigentlich auch en ganz gutes Gefühl, war aber weit über der Zeit geblieben. So ging es in diesem Jahr noch in mehrere Kurzprüfungen. Besonders schnell waren wir in keiner Prüfung. Das änderte sich jedoch im entscheidenden Moment: DM Junge Reiter 1996. Mit einem unguten Gefühl war ich dorthin gefahren. Ich hatte Angst, sie könnte nicht richtig fit sein, war sie doch in allen Sichtungen sehr langsam gewesen.
In Walldorf, wo die Meisterschaft ausgetragen wurde, verwies Brilliante mir dann jedoch Gegenteiliges. Sie ging eine Spitzenrunde, so dass wir nach Dressur und Gelände an erster Stelle lagen.
Beim abschließenden Springen durfte ich mir jedoch keinen Hindernisfehler erlauben. Andrea Korte lag mir dich auf den Fersen. Als Letzte ritt ich in den Parcours. A, neunten Sprung geschah dann ein Abwurf. Mich verwunderte es selbst, dass ich mich nicht darüber ärgerte, hatte ich doch sonst immer einen maßlosen Ehrgeiz. Aber mein erster Gedanke nach dem Abwurf war: Atta hat's verdient, hatte sie doch mit ihrem Sturz in Achselschwang genug Pech gehabt. Der zweite Gedanke war dann noch kurioser: Eigentlich Glück gehabt, jetzt ist Atta an der Reihe eine Party zu geben. Völlig zufrieden verließ ich also als Vizemeisterin den Parcours.
Diese Meisterschaft wurde begossen wie bisher noch keine. Die Holsteiner Buschis hatten allesamt gute Erfolge zu feiern. Holsteins Eltern unser Trainer Herr Peoer und natürlich wir Reiter waren an diesem Sonntag die letzten die den Turnierplatz verließen: singend, betrunken, verrückt und glücklich.


Europameisterschaften Junge Reiter Wiendorf 1996

Nach meinem 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft und dem Sieg im Vorjahr gehörte ich nun zu den Favoriten für die EM 1996 in Klagenfurth (Österreich).
Wir hatten  eine tolle Zeit in Achselschwang in Bayern im Traingslager. Tolle Berge zum Galoppieren, viele Mirabellen- und Pflaumenbäume und Maisfelder, so daß wir immer gut versorgt waren. Karen Gerkens hat mich und Rica auch in diesem Jahr als Pflegerin begleitet und meine Eltern waren natürlich auch dabei, so daß wir schon ein eingespieltes Team waren.
Die Reitanlage in Klagenfurth (Dienstelgut) stellte sich als wunderschön heraus, umgeben von dem liebevoll erstellten Geländekurs. Malin, Tina und ich bezogen eine Suite im Hotel direkt auf der Anlage.
Am ersten Tag machte mich Brilliante doch etwas nervös, als sie sich so richtig übermütig zeigte, beim Dressurreiten so durchging, daß Horst Karsten unser Bundestrainer laut rufen mußte „Anhalten“. Bei der Geschwindigkeit konnte ich nämlich nur noch den Fahrtwind hören.
Schließlich haben wir dann aber doch als es drauf an kam eine gute Dressur reiten können. Im Gelände lief alles perfekt. Mit hohem Tempo konnte ich reiten, ohne daß Brilliante auch nur einmal die Übersicht verlor.
Auch meinen Teamkollegen ging es recht gut, so daß wir nach dem Springen am Sonntag Teamgold holten ( Malin Hansen, Tina Richter, Konstantin Kruschke und ich). Für mich und Brilliante wurde dann auch im Einzelwettbewerb die Nationalhymne gespielt. Wir hatten zum 2. Mal Einzelgold geschafft.

Zu Hause wurden wir herzlichst empfangen. Bis in die Nacht warteten Freunde und Verwandte mit Blumen, Sekt und Mohrrüben. Nach einigen Tagen Pressetumult legte sich dann der Trubel und ich konnte mich wieder auf Studium und Ausbildung konzentrieren.

 


Deutsche Meisterschaften Luhmühlen 1998-  Jetzt gehören wir zu den besten Deutschlands!

Das Jahr 1997 ist unser erstes Jahr im Seniorenlager gewesen. Es war eigentlich recht erfolgreich mit einem 7. Platz bei der DM und der Nominierung für die EM in Burghley. Auf die EM verzichtete ich jedoch, da ich das etwas zu früh für mich und Brilliante hielt ein so anspruchsvolles CCI zu absolvieren und dann noch für Deutschland.
1998 startete ich dann mit viel Optimismus. Brilliante war vor der DM gut trainiert und viel ausgeglichener als noch die Jahre vorher.luhmuehlen1

Ich befand mich gerade am Anfang meiner Diplomarbeit und war froh, daß ich von meiner Ausbildungfirma SCHAUMANN mit einem Laptop ausgerüstet schon eine Woche vorher nach Luhmühlen abreisen konnte.  Bei Frau Kikuth fanden Michaela (die jetzt Brilliante und mich betreute) und ich eine tolle Atmoshäre , um in Ruhe zu trainieren.
Es gelang mir eine gute Ausgangssituation nach der Dressur. Leider hatte es viel geregnet und der Boden wurde sehr tief. Aber meine Bedenken waren umsonst, Brilliante schien schier über den Boden zu fliegen. Das war ein tolles Gefühl, wir blieben in der Zeit. Toll vor der großen Fankulisse. Ein ganzer Bus voll Fans aus Stall und Gemeinde waren von SCHAUMANN mit T-Shirts und Baseballcap unterstützt angereist.luhmhlen
Vor dem abschließenden Springen lagen wir auf Rang 2. Gott sei Dank war ich nicht nervös, auch als meine Reithose eine Stunde vor dem Start noch nicht aufgetaucht war.
Brilliante ging eine einwandfreie Nullrunde. Ingrid Klimkes Bintang, der in Führung lag hatte Rückenprobleme und das Springen leider nicht beenden. Das bedeutete für mich den Sieg. Viele stürmten auf mich ein und gratulierten mir. Ich kannte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht realisieren, daß es eigentlich etwas ganz besonderes war Deutscher Meister zu werden und das gesamte internationale CCI*** zu gewinnen. Ich war meinem Pferd so dankbar.
Die Ehrung war toll. Wir waren drei Frauen an 1.-3. Stelle bei der Meisterschaft (Nina Melkonian/ West Star und Marina Loheit/ Sir Toby) und legten eine schöne Ehrenrunde hin, die ich ausnahmsweise mal genießen konnte, weil Brilliante ruhig blieb.

 


Weltmeisterschaften Rom 1998 - Unter den besten der Welt.

Mit dem guten Verlauf der ersten beiden Sichtungen (Sulzthal Kurz S und DM Luhmühlen), die ich beide gewann, brauchte ich bei der letzten Sichtung in Bielefeld nur noch eine sichere Runde zeigen. Brilliante war aber nicht von ihrer Siegesserie abzuhalten. Sie ging eine gute Dressur und im Gelände versuchte ich zunächst sie ruhig zu reiten, nachdem ich jedoch die erste halbe Minute nur gekämpft hatte war eindeutig, daß das Verletzungsrisiko dadurch nur höher wurde und ich ließ Sie wieder ihren Rhythmus finden. Das bedeutete ein erneuter Ritt in der Zeit. Das Springen am Sonntag konnte uns dann auch nicht mehr aufhalten. Hendrik von Paepke wurde etwas enttäuscht zweiter, so daß ich schon ein schlechtes Gewissen bekam so oft zu siegen. Aber jede Glückssträhne hat auch mal eine Delle, diese hatte ich dann in Rom:

Im Trainingslager klappte alles so weit ganz gut. Rica fraß nur leider nicht so gut, so daß ich nicht zu viel mit ihr machte. Für mich selbst kam das Trainingslager gerade richtig, ich war total erschöpft von den Wochen vorher. Ich habe meine Diplomarbeit und das Kolloquium unbedingt noch vor dem Trainingslager fertig haben wollen. Mit wenig Schlaf, viel Hilfe von Freunden und Familie ist es mir dann auch gelungen. Und ein bisschen Glück. Mein Tutor konnte mir zunächst keinen Termin noch vor dem Trainingslager für die Abschlußprüfung zusagen. Die Bildzeitung rief mich an und ich erklärte die Problematik, mit der Aussage ich hoffe es klappt noch. Tatsächlich stand nachher in der Zeitung die Nordakademie und insbesondere Hr. Prof. Dr. Gay ebnet mir den Weg für die Prüfung.  Naja, und wo es dann sogar in der Bildzeitung stand, hat es auch geklappt!rom2
Ich habe es genossen wieder viel zu schlafen, Sport zu machen und mich mit meinem Pferd mal wieder so richtig zu beschäftigen. Aber für unser Abschlußfest der Nordakademie bin ich dann doch kurz noch einmal nach Hause gefahren. Es war ein toller Ball. Ein krönender  Abschluß für 4 harte aber erlebnisreiche Jahre. Ich bekam noch einen Sonderpreis (Möhren für mein Pferd) weil ich der Nordakademie zu ihrem ersten Bildzeitungsauftritt verholfen hatte.
Michaela ist dann gemeinsam mit Rica mit dem LKW gereist und ich bin ab Hamburg geflogen. Wir waren traurig als wir ankamen, daß Rica unter dem Transport ganz schön gelitten hatte. Der LKW war nicht gut gefedert.
Alle Deutschen konnten sich sehr gut in der Dressur platzieren. Ich war mit meinem 12ten Platz von 92 Teilnehmern schon schlechteste Deutsche Mannschaftsreiterin. Am Geländetag waren wir alle sehr schweigsam auf unserem Weg zum Stall. Es hatte die ganze Nacht geregnet und machte auch nicht den Eindruck besser zu werden.


Rica schaffte auf der Rennbahn nicht ganz die Zeit, aber ich wollte es auch nicht herausfordern sie schon vor dem Cross zu ermüden.  Die Wegestrecke war dann endlos und ging viel zu viel bergauf und bergab. Im Cross lief Brilliante wunderbar. Auch wenn wir nicht immer die Distanzen einhielten, so machten wir im Wasser bei der Mauerkombination mit 6 m nicht den geplanten Galoppsprung sondern In Out. Einzige bedenkliche Situation war als ich bei einer Kombination nicht gerade sondern eine Wendung reiten sollte, dort ritt ich dann vorsichtshalber eine Volte. Das wurde mir zunächst als Verweigerung angerechnet, später aber korrekterweise korrigiert.rom
Ich lag nach dem Gelände nun an 7ter Stelle. Das war ein tolles Gefühl bei den ganz großen der Welt vorne mitmischen zu können. Leider hatte Peter Thomsen Pech und wurde im Wasser herunterkatapultiert (wahrscheinlich kamen die Trainer deswegen auf die Idee mir noch vor dem Start zu raten die Füße weit in die Bügel zu stecken). Marina hatte eine Verweigerung und danach das Hindernis davor noch einmal gesprungen, dadurch wurde sie disqualifiziert. Bettina  und Marie Jeanette hatten beide eine gute Runde. Leider fiel Bettinas Watermill Stream am Sonntag aus der Verfassung. Damit war auch unsere Mannschaft geplatzt.
Ich hatte die ganze Nacht nicht gut geschlafen, weil Rica sehr beansprucht war. Aber am Sonntag sah soweit alles ganz gut aus. Sie sprang im Pacours ganz gut. Wir waren bis zum letzten Sprung null. In der Kurve vor dem letzten Sprung sind Ihr dann jedoch plötzlich die Beine weggerutscht. Wir waren schon so nah dran am 4ten Platz, aber  es sollte nicht sein.
Ich beendete den Springpacours und fand mich dann an 30ter Stelle wieder. Nach einer unglücklichen Heimfahrt (wieder der schlechte LKW und ohne die geplanten Pausen für die Pferde) kam Rica erschöpft zu Hause an. Nun hatte Sie eine ausreichend lange Pause vor sich.

 

 


Internationales CIC** - Brilliante ist wieder in Form.

Das ganze Jahr 1999 gab ich Rica eine Pause. Sie wurde viel ausgeritten und dann langsam wieder in Dressur und Springen gearbeitet. Ich wollte gerade wieder mit Turnieren anfangen, da holte ich mir selbst ein Gehirnerschütterung mit einem jungen Pferd. Das ließ mich fast 3 Monate ausfallen. Vielleicht war es gut so, Brilliante hatte so noch eine längere Pause und ich begann erst 2000 wieder mit Turnieren.
Madleine Pokrandt hat mir in diesem Jahr beim langsamen Aufbau mit viel Schrittreiten  und täglichem Beine kühlen geholfen. Nach einigen Dressur- und Springprüfungen startete ich im belgischen Lummen jetzt zum ersten Mal wieder International. Parallel dazu ritt ich mein Nachwuchspferd Geliebte. Brilliante konnte das CIC** und Geliebte das CIC* gewinnen. Dafür lohnte der weite Reiseweg von über 7 Stunden. Beide Pferde sind gut in Form für die Saison.

CIC*** Bonn-Rodderberg - Beste Deutsche bei letzter Olympia-Sichtung

Bis zum April diesen Jahres hatte ich die Olympiade in Sydney noch im Auge. Mit den Trainern war abgesprochen, daß ich Brilliante über Kurzprüfungen langsam aufbaue und dann in Konkurrenz zu den anderen Deutschen durchaus eine Chance habe nominiert zu werden.
Im April bekam ich dann jedoch vom spanischen Reiter Ramon Beca den Hinweis, daß für 2000 ein neuer Qualifikationsmodus gilt. Nach diesem Modus hätte Brilliante noch dieses Jahr ein CCI*** absolvieren müssen. Zwei so schwere Prüfungen wollte ich meinem Pferd nach der Pause jedoch noch nicht wieder zumuten. Die Gesundheit von Brilliante steht für mich auch vor der Chance auf eine Olympiade.
Dadurch konnte ich an der letzten Sichtung für Sydney ganz unbefangen an den Start gehen. Madleine und ich hatten ein paar schöne Tage mit viel Spaß. Trotzdem wollte ich natürlich gut reiten, ich habe Dressur mit Wieger de Boer noch intensiv geübt. Es klappte zwar nun noch nicht einwandfrei, aber wir verbessern uns Schritt für Schritt.
Im Gelände spielte Brilliante mit den Abmessungen. Ich konnte zwar nicht in der Zeit bleiben, aber war so zügig unterwegs, daß ich mich an die zweite Stelle setzen konnte hinter der Schwedin Sophie Andler. Am Sonntag im Springen ging Brilliante wie immer einwandfrei und rettete mich auch mal bei einer nicht glücklichen Distanz.


CCI*** Blenheim (GBR) - Gelungenes Comeback (4ter Platz)

Das erste Mal konnte ich mir die Prüfung aussuchen, die ich mit Brilliante zum Abschluß der Saison reiten wollte. Alle Jahre vorher war der Weg durch die Teilnahme an Championaten vorgegeben.
Blenheim, Bokeloe (NL) und Pau (FRAU) standen zur Auswahl. Da in Bokeloe der Boden oft nicht zu gut ist und Pau sehr spät im Jahr ist und damit auch ein guter Ausweichtermin entschied ich mich für Blenheim. In England der Heimat der Vielseitgkeit war ich auch noch nie zuvor geritten.
Es ist ein tolles Turnier im Park vor dem Blenheim Palace gelegen. Mein Vater und ich kamen nach 17 Stunden Fahrt mit dem Anhänger nachts an. Wir waren mit der Fähre Calais-Dover gefahren, das war für die Pferde laut und warm, aber nur eine Stunde Überfahrt.
Mir hat das Dressurreiten die Tage vor der Prüfung viel Freude bereitet, ich hatte ein gutes Gefühl. Auch in der Prüfung klappte alles gut, so daß ich zunächst mit 53,4 Punkten nicht ganz zufrieden war, da wir schon oft bessere Punkte bekommen hatten. Aber von den 100 Startern waren letztendlich nur 14 noch besser. Das war ok zumal ich am Donnerstag vormittags schon startete und am Freitag in der Regel die Noten besser werden.
Am Geländetag wurde es dann noch sehr spannend. Ich hatte mir vorgenommen, um Rica zu entlasten, einen Teil der Wegestrecke zu joggen.
Die ganze Strecke konnte ich nicht schaffen, aber ca. 3-4 km bin ich neben Brilliante gelaufen. Sie ging gut auf der Rennbahn und auch im anschließenden Gelände. Wir blieben nur jeweils 1-3 Sekunden über der Zeit. Glücklich kam ich ins Ziel.
Ich wurde dann jedoch zunächst eliminiert, da ich auch durch das Ziel der Wegestrecke gelaufen war. Beim Durchqueren von Start und Ziel muß man jedoch auf dem Pferd sitzen. Ich war sehr unglücklich, da ich mein Pferd den  ganzen Cross habe gehen lassen, womöglich völlig umsonst. Unsere Qualifikation für die EM im nächsten Jahr schien dahin. Ich konnte Einspruch einlegen und die Groundjury entschied mich in der Prüfung zu lassen und mir eine „Gelbe Karte“ auszustellen (Verwarnung).
Das nahm mir 10 Steine vom Herzen. Mir hatte unter anderem schon vor der 17-stündigen Heimfahrt gegraut, auf der mein Vater mir sicher mindestens jede Stunde noch einmal erzählt hätte, das so etwas nicht passieren darf.
Am Sonntag sprang Rica im Pacours dann wieder unwahrscheinlich. So daß wir uns noch vom 7ten Platz nach Gelände auf den 4ten Platz zu verbessern  konnten.

 


CIC*** Warendorf 2001- Sieg bei EM-Sichtung

Gleich zu Beginn des Jahres wurde mir für die DM in diesem Jahr Dispens gewährt. Ich brauche Brilliante als nur über Kurzprüfungen auf die EM vorzubereiten. Das sie einfach ein wunderbares Pferd im Gelände ist, zeigte sie schon im Mai bei dem ersten Deutschen Militaryderby. Nach der Dressur noch an ca. 25. Stelle, war sie im Springen fehlerfrei und im Gelände schnellstes Pferd, so daß uns ein 4. Platz gelang.

Das mäßige Dressurergebnis ärgerte mich sehr. So übte ich mit Wieger de Boer nun zweimal wöchentlich. Das Resultat war fantastisch: Wir waren in Warendorf beim CIC*** nach der Dressur schon an 6. Stelle, mit einer Punktzahl von 40,2 Minuspunkten. Eine so gute Dressur hatten wir noch nie zuvor. Ein bisschen Nervös war ich vor Springen und Gelände, weil ich mir eigentlich sicher war, daß Brilliante alles gut machen würde wie immer, aber mir dachte, daß eine so gute Dressur auch ein schlechtes Ohmen sein könnte.

Aber Brilliante war wieder schnellstes Pferd und fehlerfrei, so daß uns am Ende der 1.Platz zustand. Toi, Toi, Toi ist Brilliante wieder einmal spitzenmäßig gegangen.

 

 


Europameisterschaften in Frankreich- Brilliante in Topform

Brilliante hatte dieses Jahr von Beginn an eine super Einstellung. Obwohl sie im Frühjahr beim CIC** in Luhmühlen erkältet und beim CIC*** in Hamburg-Horn noch nicht sehr trainiert war, lief sie schon tollte Zeiten im Gelände.
Wie mit den Trainern abgesprochen habe ich sie dann wie 2000 nur durch Kurzprüfungen auf eine lange Prüfung im Herbst vorbereitet. Ein Höhepunkt war für mich dabei die erste Sichtung, das CIC*** in Warendorf. Hier gelang es mir das erste mal 40 Punkte in der Dressur zu erreichen. Springen und Gelände liefen dann auch optimal, so daß Brilliante vom Sieg nicht abzuhalten war.

Bei der letzten Sichtung in Cavertitz und bei den letzten 2 Galopps am Berg hatte ich allerdings ein etwas ungutes Gefühl bezüglich ihres Trainingszustandes, da sie etwas müde schien im Anschluß. Aber ich sollte mich irren...

Nach einem tollen Trainingslager mit viel Spaß (Chris Bartle erhielt nach einer der wohl fürchterlichsten Karaokedarbietung mit Hans Melzer einen Oscar im Irish Pub) fuhren wir am Sonntag gen Pau (Südfrankreich).

In der Dressur lief es für mich sehr zufriedenstellend. Brilliante konnte ich wie beim Abreiten auch im Viereck reiten. Ich war sehr zufrieden mit ihr. Aber als sie nicht einmal beim Applaus aufschreckte, war ich wieder unsicher über ihre Fitness...eulenloch

Am Samstag ging es dann in den Cross. Brilliante ging auf der  Rennbahn schon 5 Sekunden unter Bestzeit. Auf der Wegestrecke bin ich wieder ein Stück nebenher gelaufen. Das hat ihr glaube ich wieder sehr gut getan (meinem Vater auch, da er aus Angst ich könne disqualifiziert werden 1km hinterhergelaufen ist, um mir zu sagen ich solle wieder aufsteigen). Das Gelände war dann ein echter Traum, wie Ponyreiten, draufsitzen und lenken!
Am 8 Minuten Punkt hatte ich 10 Sekunden drüber, ich legte noch etwas zu und Brilliante schaltete ihren Turbo ein. so daß ich die Bestzeit von 10.10 Minuten noch um 14 Sekunden unterbieten konnte. Ich war überstolz auf mein Pferd.

 



Schön war dann auch der Sonntag, weil Brilliante super trabte in der Verfassung. Mit der Mannschaft, die bis hierhin noch Chance auf eine Medaille hatte rutschten wir dann allerdings auf Rang 5 zurück, da Bettina Hoy leider ausschied aufgrund einer zweifelhaften Entscheidung nach der Holdingbox.

Eigentlich bin ich vor dem Springen fast nie aufgeregt, da ich ja noch nie erlebt habe, daß Brilliante mehr als einen Fehler gemacht hat. Aber als dann alle wichtigen Offiziellen usw. mich beim Abreiten beobachteten, war mir irgendwie schon klar, daß dies doch einer der wichtigeren Springparcoure in meinem Leben war. Wie gut, daß ich mich aufs reiten konzentrieren konnte und nicht zuschauen mußte!

Nachdem Brilliante 0 gegangen war, machte ich mich aus dem Staub. Ich habe den anderen keinen Fehler gegönnt, aber mich doch gefreut, als ich es im Stadium nur leise hab Jubeln hören, nach den Ritten der Medaillenanwärter. Als ich dann erfuhr, daß es für Silber gereicht hatte war ich dann sehr glücklich.



Auf Brilliante kann ich mich einfach verlassen!!!